“Eine Busfahrt die ist lustig, eine Busfahrt die ist schoen”
¡Hola amigos!
Also, zu sagen es geht uns gut waere glatte Realitaetsverweigerung … und fuer alle eure “wir wuerden gerne tauschen”-Phantasien hier ein Auszug aus unserer letzen Woche.
22h Hoelle
Um nach Peru zu kommen nimmt man am besten einen oder besser gesagt mehrere Busse …
- den ersten von Vilcabamba nach Loja nur 1h
- 1h warten
- dann von Loja ueber die Grenze nach Piura … erst um den Platz (der eigentlich fuer uns reserviert ist) streiten (zur Info: alle anderen Plaetze sind ebenfalls belegt) … mitten in der Nacht im nirgendwo eine Panne die unsere 8-stuendige Busfahrt zu einer 10-stuendigen werden laesst … im ganzen Bus spielt es die ganze Nacht ueber laut ecuadorianische Volksmusik … und waere die Musik nicht wuerden wir den Einzigen Schnarcher im Bus, der direkt vor uns sitzt, noch besser hoeren … der Grenzuebergang war nach das Leichteste der ganzen Reise. So sind wir Morgens in Piura angekommen … dort bleibt man nicht … weil da trifft einen sowieso nur der Schlag oder man bekommt nur vom Durchfahren schon eine Lebensmittelvergiftung … die Stadt ist eine einzige Muellhalde … und das ist untertrieben. In Piura muessen wir Busbahnhof wechseln … also maschieren wir voll bepackt zum naechsten Busterminal (in Peru hat jede Busgesellschaft ihren eigenen Terminal … meist sind die ueber die ganze Stadt verstreut … SEHR praktisch … fuer Taxifahrer und Diebe)
- wieder 1h warten
- von Piura 4h nach Chiclayo … direkt neben uns findet eine kleiner Bursche (der sich zuvor mit Bananenchips und Erdbeerjoghurt vollgestopft hat) Andres Schuhe zum °kotzen° … tollerweise passiert das in den ersten 20 Minuten … also bleibt der angenehme Geruch die ganze restliche Fahrt ueber erhalten … vor allem weil niemand das Erbrochene wegwischt.
- in Chiclayo wieder 1h warten und
- nochmal 4h weiter nach Trujillo … es ist heiss, eng, es stinkt … ein ausserordentlicher Spass
Trujillo
Trujillo ist die erste Stadt die einen °gesunden° Stopp Wert ist … was soviel heisst wie, sie schaut nicht aus wie ein Muellhaufen und man traut sich auch etwas essen! Unser Hostel ist so schraeg das schraeg eigentlich ein Hilfsausdruck ist, mir aber kein anderer einfaellt. Ein Familienbetrieb … Clara, die Mutter ist ueberfordert mit Haus und Kindern = Hostel = Touren anbieten = Sie ist der Guide = ihr Mann ist seit 3 Monaten nicht da = eine Tochter die selbst zwei Kleine Kinder hat und auch hier wohnt = ein neuer Angestellter der sich ueberhaupt nicht auskennt und ausschliesslich Spanisch spricht = ihrer Mutter mal schnell herumfaehrt = mit einem 50 Jahre alten Kaefer = mit dem sie auch die Touren durchfuehrt.
Wir versuchen unsere Waesche zu waschen … schliesslich bieten sie ja Laundryservice an … nach 2 Tagen will ich diese dann gern wieder abholen (weil wir weiterfahren) und finde sie in den Wohnraeumen der Familie auf deren Betten zum trocknen aufgelegt … noch immer feucht … wie soll´s auch trocknen wenns auf einem Bett liegt? Interessante Methode … fuer die wir auch noch Geld zahlen (Anmerkung: im Gegensatz zu Australien kann man hier fast nirgendwo die Waesche selbst waschen … so kann man ja noch mehr dazuverdienen).
Das Essen kann man im Kreise der Familie einnehmen … oder auch nicht … weil, das dauert dann schon mal ein paar Std. … Abendessen gibt es dann so um 22h, auch nur wenn alle mithelfen und Fruehstueck bestellt man am besten gar nicht (von Butter bis Kaffee sind ca. 40 Minuten vergangen … wir waren jedoch die einzigen zwei Gaeste) … weiss man alles aber erst wenn man es einmal versucht hat.
Dazwischen haben wir mit Clara eine Tagestour gemacht (wir haben nicht gewusst das sie die Tour durchfuehrt … in ihrem Auto *g*) … in einem so alten Kaefer, der wuerde bei uns nicht nur keine Zulassung mehr bekommen, nein, der waere schon allerlaengst verschrottet worden … geht es zu Huaca del la Sol y Luna und zu den Chan Chan Ausgrabungen. Das war ziemlich beeindruckend und der Hoehepunkt der letzten Woche … mal abgesehen von wirklich gutem Essen (in einem Lokal in das nur Einheimische gehn und wir mit “draufzeigen” bestellen ;-)) und Chicha morada trinken (ein typ. peruanisches Maisgetraenk) … no risk no fun ;-).
Von Trujillo aus nehmen wir uns diesmal einen “besseren” Bus der uns in 10h nach Huaraz bringt. Sozusagen ein Katzensprung …
Huaraz
Nach Huaraz fahert man hauptsaechlich um in der Cordilla Blanca Wanderungen zu machen und liegt auf gemuetlichen 3052m. Wir zwei machen uns keine Gedanken um die Hoehe … wir waren ja erst vor Kurzem auf 5800m … Fehleinschaetzung!
Wir verbringen den Tag mit herumspazieren und planen mit 2 anderen Paerchen (Netherland und France) unsere Tagestreks fuer die naechsten Tage … keine Spur von “Ausrasten” oder “Langsam angehen” (Tipp gegen Hoehenkrankheit). Am Nachmittag bahnen sich bei uns schoen langsam Kopfschmerzen an … kaum sind wir zuhaus gehts rasant bergab. Andre ging es in unserer ersten Nacht so schlecht, dass ich vor Sorgen keine Auge zugemacht habe … 38 Fieber, Schuettelfrost und Schmerzen … das braucht man genauso dringend wie nasse Socken (um es in Sabines Worten zu sagen). Erst vermuten wir Hoehenkrankheit … aber wahrscheinlich ist es Hoehenkrankheit und Grippe (Klimaanlagen in Bussen werden von den selben Firmen hergestellt die auch Tiefkuehlgeraete bauen) … ich versuch am naechsten Vormittag in einer Apotheke Tabletten gegen Hoehnkrankheit aufzutreiben (empfohlen von einem hollaendischen Doktor der in der selben Nacht die Seele aus dem Leib gek… hat aufgrund der Hoehe und der zuvor getaegtigen Tour) … die haben zwar nix geholfen … koennen jedoch voruebergehend Impotent machen … einer von den vielen netten Nebenwirkungen.
Zu aller Unnoetigkeit bekomm ich am ersten Tag einen so schlimmen Hautauschlag, dass man mich noch vor ein paar Jahrhunderten als Aussaetzige vor die Stadtmauern geworfen haette … ganz toll … und es juckt auch so schoen … erst hatte ich die Befuerchtung eine Kinderkrankheit zu haben … jetzt bin ich mir ziemlich sicher das es Bettwanzen waren … wunderbar. Da der Ausschlag vor Huaraz aufgetreten ist und jeden Tag ein paar Dippl mehr dazukommen bin ich anscheinend lebendes Taxi fuer die. Unsere Theorie: Vielleicht haben sich die Biester beim Trocknen auf trujilloanischen Betten gedacht “Machen wir doch mal eine kleine Reise in die Anden”. Problem da man hier das Gewand nicht auskochen kann, weil die Waesche nur kalt gewaschen wird … keine Ahnung wie ich die Dinger loswerden kann … sofern sie ueberhaupt da sind und nicht irgendetwas anderes schlimmes mich mit Dippl uebersaeht. Die Hoehe hat mir auch leicht zu schaffen gemacht … was soviel heisst wie Kopfweh und Atemnot (lustig … man geht um die Ecke und keucht wie als waere man 80). Ach, und weil es noch nicht genug ist brech ich am zweiten Morgen am Fruehstuckstisch zusammen … so richtig … zuerst hab ich nix gesehn, dann nix mehr gehoert, dann war ich dahin … das ist Fein. Grund waren Magen-Darm-Probleme um es schoen auszudruecken :-).
Wir beschliessen (ohne auch nur irgendetwas in der Gegend unternommen zu haben) am zweiten Tag weiter “runter” zu fahren … damit wir mal die “Hoehe” los sind … wir wollten zwar beide nicht nach Lima, aber so wie es aussieht bleibt uns nix anderes uebrig … mit Mexalen (Andre) und Fenestil (Sonja) vollgestopft bzw eingecremt fahren wir 8h (natuerlich mit dem Tiefkuehltransport) nach Lima … wo Andre mit 38,5 Fieber im Hotel ankommt … aber trotzdem noch soviel Energie aufbringt um sich gegen das fensterlose Zimmer zu wehren, dass sie uns zuerst geben wollten
… und das hier ist keine billige Absteige … wer baut solche Zimmer … blinde Architekten?
Lima
Jetzt sind wir also in Lima (Zitat Georg Hlavac: “In Lima sind nur Vabrecha … schauts dass ihr da durchfahrts”, Zitat Amerikanerin in Huaraz: “Lima is ugly, dirty and dangerous”) … haben eine akzeptable Unterkunft und versuchen Andre gesund zu bekommen … ich war gestern in einer Apotheke und hab versucht was gegen meinen Ausschlag zu bekommen … die Angestellten haben Spanisch gesprochen, ich Englisch … am Ende hab ich drei Tabletten (ohne Schachtel oder Beipacktext … so ist das in Suedamerika) bekommen. Na, mal abwarten … wir haben mit unsere Aerztin zu Hause telefoniert und mit Andres Eltern … wirklich viel haben und werden wir in Lima wahscheinlich auch nicht anreissen …
Morgen gehts per spontant gekauftem Flugticket nach Arequipa (1h 20 Minuten Flug versus 18h Busfahrt). Die Entscheidung Flug oder Bus war keine Schwere in Anbetracht der Umstaende :-).
Alles in Allem sagen wir mal … das war nicht unsere Woche … die naechste wird besser … muss sie! ![]()
Über den Eintrag
- Veröffentlicht am:
- 12.02.2009
- Autor:
- Sonja
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